16.06.2015 - Hannover 96

96 darf DFB-Strafe nicht an Böllerwerfer weitergeben



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Saison 2011/2012 Bild: Brigade Nord 99
Saison 2011/2012 Bild: Brigade Nord 99

Hannover 96 wollte einen Böllerzünder mit 20.000 Euro in Regress nehmen, nachdem der Verein wegen verschiedener Vergehen 50.000 Euro an den DFB zahlen musste. Das Landgericht Hannover verhinderte dies nun, weil kein Vertrag zwischen Täter und Hannover 96 bestünde.

Der 28 Jahre alte Hannover 96 Fan zündete beim Auswärtsspiel in Wolfsburg am 25. Januar 2014 einen Böller, der einen anderen Fan verletzte. Das Amtsgericht Wolfsburg verurteilte ihn deshalb zu einer Bewährungsstrafe von 14 Monaten und einer Geldstrafe in Höhe von 800 Euro (Faszination Fankurve berichtete).

Im April 2015 wurde Hannover 96 vom DFB Sportgericht zu einer 50.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Weitere 50.000 Euro musste der Verein für Projekte und Maßnahmen zur Gewaltprävention ausgeben, so das DFB-Urteil (Faszination Fankurve berichtete). Zivilrechtlich wollte sich Hannover 96 nach der Verurteilung des Böllerwerfers 20.000 Euro von dem Täter zurückholen. Doch die Zivilkammer des Landgerichts Hannover wies die Klage von Hannover 96 Ende Mai 2015 zurück.

Der Böllerwerfer habe seine Eintrittskarte vom VfL Wolfsburg gekauft und deshalb keinen Vertrag mit Hannover 96 geschlossen auf dessen Grundlage der Bundesliga-Club seinen Fan in Regress hätte nehmen können. Der Verein habe das Urteil des DFB-Sportgerichts vom April 2014 zudem ohne Widerspruch akzeptiert und sei nicht in Berufung gegangen. Diese Entscheidung habe der Verein zu verantworten und nicht der Böllerwerfer. Hannover 96 kann nun in nächster Instanz vor das Oberlandesgericht Celle ziehen. Der Verein prüft, nach Informationen der Neuen Presse, dies auch zu tun.

Die Hannover 96 Fans beim Spiel in Wolfsburg<br />Bild: Fanfotos.net
Die Hannover 96 Fans beim Spiel in Wolfsburg
Bild: Fanfotos.net

Anders als in Hannover konnte der 1. FC Köln zuletzt einen Böllerwerfer in Regress nehmen. Das Kölner Landgericht hat im April 2015 einen Böllerwerfer zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 30.000 Euro verurteilt, weil er beim Heimspiel der Rheinländer gegen Paderborn einen Böller aus dem Oberrang warf. Der 1. FC Köln wurde deshalb zu einer DFB-Strafe verurteilt und holte sich Teile der Strafzahlung zurück (Faszination Fankurve berichtete). In Köln kaufte der Böllerwerfer sein Ticket beim 1. FC Köln, weshalb, anders als zwischen Hannover 96 und dem Böllerwerfer von Wolfsburg, ein Vertragsverhältnis zwischen beiden Parteien bestand. (Faszination Fankurve, 16.06.2015)

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