08.12.2011 - Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren

Pyrotechnik-Kampagne mit offenem Brief an DFB


Nach dem Abbruch der Gespräche um eine Legalisierung von Pyrotechnik durch den DFB wendet sich die Kampagne "Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren" in einem offenen Brief an die DFB-Führung. Außerdem veröffentlichten die Macher Teile des DFB-Rechtsgutachtens.

Faszination Fankurve dokumentiert den offenen Brief der Kampagne:

"Sehr geehrter Herr Zwanziger, sehr geehrter Herr Rauball!

Am 2.11.2011 teilten Sie mittels einer Pressemitteilung das Ende der Diskussion um Pyrotechnik mit. Zitat: "Weiterhin nicht in Frage kommt eine sogenannte `Legalisierung` von Pyrotechnik. Bestätigt wird das Verbot durch ein vom DFB-Präsidium in Auftrag gegebenes unabhängiges Rechtsgutachten."

Wir hatten zuvor unsererseits ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, welches bestätigte, dass unter bestimmten Bedingungen der legale Einsatz von Pyrotechnik in Stadien durchaus möglich ist.

Eine gemeinsame seriöse Aufarbeitung der Rechtslage wäre nun durch weiteren Dialog und einen Abgleich der Gutachten möglich gewesen. Dieser Dialog war aber Ihrerseits nicht gewollt, denn trotz vorheriger Zusage blieb unsere Nachfrage bezüglich der Einsichtnahme in das Gutachten bis heute unbeantwortet. So mussten wir die einseitige Beendigung der Gespräche zwischen DFB/DFL und unserer Kampagne zunächst hinnehmen.

Danach war in der Presse u.a. von "Geisterdebatten" die Rede - Sie versuchten, die Kampagne in der Öffentlichkeit zu diffamieren. Unsere Antwort auf Ihren Konfrontationskurs entnehmen Sie der entsprechenden Pressemitteilung unter http://www.pyrotechnik-legalisieren.de.

Es war uns inzwischen möglich, Einblick in das von Ihnen in Auftrag gegebene Gutachten zu nehmen und es rechtlich auswerten zu lassen. Es ist nun auch klar, warum man uns und auch der interessierten Öffentlichkeit die Einsichtnahme verwehrt: Denn auch Ihr Gutachten bestätigt, dass die legale Verwendung von Pyrotechnik unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist!

Obwohl wir nun Kenntnis darüber erlangten, dass Sie nicht nur uns, sondern auch die Vereine und die Öffentlichkeit erneut bewusst getäuscht haben, geben wir Ihnen die Chance, mit uns an den Verhandlungstisch zurück zu kehren.

Dabei erwarten wir eine ehrliche Aufarbeitung der Thematik unter Zuhilfenahme unserer Konzeption, die - wie wir nun durch 2 unabhängige Rechtsgutachten feststellen durften - rechtlich umsetzbar ist.

"Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren"

Gutachten-Auszüge:

Im "Rechtsgutachten zu den Möglichkeiten eines begrenzten Einsatzes von Pyrotechnik in Fußballstadien" (in Auftrag gegeben durch den DFB) wird bestätigt, dass der "begrenzte Einsatz von Pyrotechnik in Fußballstadien" unter "einschränkenden Voraussetzungen möglich" ist.

Diese Voraussetzungen enthalten, dass der Antrag durch den Verein gestellt, der Stadionbetreiber seine Zustimmung erteilt und das Einvernehmen und die Zustimmung "aller für die Sicherheit und Ordnung örtlich zuständigen Behörden" bestehen.

Des Weiteren werden geeignete, namentlich bekannte Personen, Sicherheitsabstände, ausgewiesene Zonen, bestimmte Zeiten und geeignete Pyrotechnik als Einschränkungen genannt.

Über genau diese Einschränkungen hatten wir mit dem DFB und der DFL verhandelt und sie für eine gewisse Testphase akzeptiert, um z.B. zumindest bei Choreographien Pyrotechnik legal einsetzen zu können.

Das Gutachten erwähnt: "auch bei Vorliegen aller gesetzlichen, behördlichen und vertraglichen Voraussetzungen steht der begrenzte Einsatz von Pyrotechnik in Fußballstadien zusätzlich unter DFB verbandsinternen Erlaubnisvorbehalt".

Genau darüber hatten wir mit DFB/DFL gesprochen (wie auch in den offen gelegten Gesprächsprotokollen nachweisbar). Wären obenstehende Voraussetzungen erfüllt, hätte der DFB gemäß seinen Sicherheitsrichtlinien eine Genehmigung nach §34 (1) erteilt.

Das Entgegenkommen ging sogar noch weiter. Wie den Gesprächsprotokollen, die uns am 13.7.2011 vom DFB in dieser Form bestätigt wurden, zu entnehmen ist: "Wenn die Einzelfälle funktionieren, soll es in den Richtlinien eine neue Anlage geben, in der das Verfahren, welches für eine Genehmigung von Pyrotechnik in Stadien nötig ist, festgeschrieben wird."

Das Gutachten des DFB befasst sich mit dem Versammlungsstättenrecht, dem Sprengstoffrecht und europarechtlichen Vorschriften und begutachtet anschließend die Handlungsmöglichkeiten. Hier werden die Erlaubnis der Feuerwehr, die Zustimmung des Betreibers, das behördliche Einvernehmen der für die Sicherheit zuständigen Behörden und die Richtlinien des DFB genannt. All diese Faktoren sind in unserer Konzeption ebenfalls berücksichtigt.

Abschließend werden die haftungsrechtlichen Regelungen besprochen. Das zivilrechtliche Haftungsrisiko wird als versicherbar benannt, ein strafrechtliches Risiko sei nicht erkennbar.

Das Gutachten ist gezeichnet am 1.11.2011.

Die Pressemitteilung des DFB wurde am 2.11.2011., 14.30 Uhr online gesetzt. Selbst wenn das Gutachten per Email zugestellt sein sollte, muss jeder für sich bewerten, ob in dieser kurzen Zeitspanne tatsächlich eine Prüfung des Gutachtens durch den DFB vorgenommen werden konnte.




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hoffi am 27.03.2012, 00:28 Uhr

Vorschlag: 1.Es dürfen nur im Stadion erhältliche pyrotechnische Erzeugnisse verwendet werden
2. Im entsprechenden Gesetzbuch wird die Nutzung verbotener Pyrotechnik bei Großveranstaltungen zum Verbrechen deklariert, also mindestens 1 Jahr Freiheitsstrafe, ohne Möglichkeit diese zur Bewährung auszusetzen.

Aber schon Punkt 1 ist schwer zu realisieren. Was akzeptieren die Fans und wer will festlegen was bei solchen Menschenmassen an Pyrotechnik ungefährlich ist. Von Punkt 2 brauch man da garnicht mehr reden.


ab123 am 12.12.2011, 19:32 Uhr

Traurig zulesen ist in den kommentaren das von böllern die rede ist.jeder der sich genauer mit der thematik auseinandergesetzt hat müsste wissen das böller nichts im block zu suchen haben bzw verzichten die kruven auf böller und leuchtspurgeschosseum im gegenzug eine legalisierung zu ermöglichen. Es tut mir wirklich leid für den herrn unter mir der sagt das er mal von einem feuerwerks körper getroffen wurde aber wenn es in sicheren bereich des stadions legalisert wird und nur personen mit ausgewissener ausbildung die bengalos abfackeln habe ich keine bedenken das leib und wohl schaden nehmen könnten . Wer einmal in den 90er jahren am betzenberg war wo die ganze westribüne in bengalos getaucht war wird wissen das es ein stilmittel der fankurve und bleibt. leute die schreiben das singende fans ihr "DoHa Mist" oder ihr "montonen und kotzlangweiligen Sumsingsang mist " lassen sollen anstatt sich für eine legaliesrung zu engagieren, der hat für mich keine seele und kein herz den es geht darum die mannschaft in jeder lage nach vorne zu peitschen und nicht dann anfangen zu singen wenn der erfolg stimmt ! Wem das nicht passt soll halt sich ein sky abo kaufen und sich vor die glotze hängen dort kann er auch mannschaft und schiedsrichter anbrüllen ohne dabei anderne leuten auf den keks zugehen und wenn ihm das gesingen aus dem fernseh auch nicht passt dann sollte man sich fragen ob man nicht besser mit einem american football spiel fährt wo dann zwischendrin mal die hamond orgel eingespielt wird.


Malkaviana am 12.12.2011, 00:33 Uhr

Ich weiß, nun werde ich mich sehr unbeliebt machen, aber einer muss es ja tun.
Ich war früher oft und gern im Stadion, bis mir ein "Feuerwerk" gegen mein Gesicht flog und ich somit noch immer Spätfolgen zu tragen habe.
Dies kann potentiell jedem Fußballfan passieren, nur weil ein paar besoffene möchtegern Fans meine, sie müssten unbedingt irgendwelche "Böller" (usw.) in die Menschenmasse schmeißen.
Frei nach dem Motto: Wenn Hooligans sich schlagen müssen, sollen sie es unter sich tun und nicht im Stadion. Sage ich auch:"Wenn jemand lust hat, ein Feuerwerk zu sehen, soll er es Privat tun oder lassen" Wenn Ich im Stadion bin, dann nur weil ich das Spiel sehen will. Möchte ich ein Feuerwerk sehen, gibt es auch dafür Veranstaltungen.
Kurz um, Was soll das ganze? fühlt ihr euch eurer Freiheit beraubt,da ihr keine Böller zünden dürft wo es euch passt?
Was ist denn mit den Leuten im Stadion die sich in ihrer Freiheit beraubt fühlen, wenn ein paar Menschen meinen sie müssten daraus eine PyroShow machen?...diese Fraktion sind meines erachtens weitaus mehr.
Fans wie "ihr" Damit meine ich die Ultra und Hooligan Szene, brauch kein Ferein,die richtigen Fans haben Spass und sind Laut ohne ein Feindbild im Hinterkopf zu haben, welchen es zu besiegen gibt und dies ist meiner Meinung nach, der Sinn eines Fußballspieles.



Es nervt, es reicht!! am 09.12.2011, 15:44 Uhr

Der ge- und versammelte Pyrokindergarten nervt nur noch. Statt euch und eure verqueren Vorstellungen umzusetzen arbeitet lieber daran euer Duracellgehampele und monotonen und kotzlangweiligen Summ-Sing-Sang in echte Kurvengesänge abzuändern. Der DoHa-Mist und sonstige Kram kann mir gestohlen bleiben. Pyro = Emotionen? Was für ne Lachnummer. Ein Aufschrei aus 4.000 Kehlen: FC, VFL, BCB, FCB oder was weiß ich was, DAS sind Emotionen, aber keine bunten und qualmenden Lichtlein....


Peter am 09.12.2011, 10:57 Uhr

Es wird so oder so niemals erlaubt also einfach weiter und noch mehr zünden und gut ist!


Borischer Bou am 09.12.2011, 10:45 Uhr

Zwanziger Raus!!! Sofort


svwbgh1930 am 08.12.2011, 22:22 Uhr

Na kommt schon DFB, hört auf uns zu verarschen und lasst uns wenigstens legal zündeln, wenn ihr so schon fast alles verbietet...



Anselm Boritzki; Wittenberge / HSVer am 08.12.2011, 20:28 Uhr

So lange die "graue Garde" beim DFB sowie die Zombie´s bei FIFA & UEFA an den Schalthebeln der Macht sind, wird es keine Bewegung hinsichtlich einer "begrenzten,kontrollierten Pyrotechnik" zu mehr Flexibilität und Akzeptanz der Fans & Ihrer Fanclubs als Vertreter der Fan-Interessen geben. Bei denen zählen nur Vermarktung,Geld und Ihr eigener Machterhalt... Der "Fan" wird nur als zu melkende,rechtlose Kuh gesehen. Und als Argumente gegen die Fankultur werden die,zugegeben,schlimmen Ausschreitungen im Fußball verallgemeinert. Das sich die meisten Vorfälle durch Engagement und Einsatz der Fanclubs verhindern lassen, & das Selbstkontrolle meist der bessere Weg hin zu mehr Toleranz ist, geht in die Betonköpfe dieser "Herren" nicht rein. Meine Stimme zu mehr Toleranz & FÜR gezielten Einsatz von Pyrotechnik.