17.02.2013 - FC Schalke 04

„Pakt mit dem Teufel“


Nach der Bekanntgabe einer Kooperation des FC Schalke 04 mit dem umstrittenen Zweitmarkt-Ticketdienstleister Viagogo, tat sich in der Schalker Fanszene Unmut auf. Faszination Fankurve sprach mit Frank Zellin, einem der Initiatoren der Proteste, über die Ansichten der Fans.

Faszination Fankurve: Ende des vergangenen Jahres hat der FC Schalke 04 eine Kooperation mit dem Zweitmarkt-Anbieter Viagogo vereinbart. Wie waren die Reaktionen in der Schalker Fanszene darauf?
Frank Zellin: Wut und Unverständnis über den Deal als solchen und den Zeitpunkt der Bekanntgabe genau einen Tag nach dem letzten Heimspiel. Sowohl auf der Sitzung des „Kartenpreisausschusses“ als auch im Stadion gab es entsprechende Proteste. Beim Rückrundenauftakt gegen Hannover 96 gab es zahlreiche Transparente und Banner überall in der Arena zu sehen.

Faszination Fankurve: Was genau kritisiert Ihr an dem Engagement von Viagogo und was wird sich dadurch beim Ticketverkauf auf Schalke verändern?
Frank Zellin: Unser Hauptkritikpunkt ist, dass ausgerechnet der „Kumpel- und Malocherclub“ Schalke 04 mit dem Deal den Schwarzmarkt und die Abzocke quasi legalisiert. Bislang hat der Verein sich immer gegen überhöhte Ticketpreise ausgesprochen (z.B. Warnung auf der Homepage vom Mai 2012) und selbst kleinste Zuwiderhandlungen mit Vertragsstrafen verfolgt. In Punkt 5.1. der Schalker AGB steht noch immer, dass es verboten ist „Tickets zu einem höheren als dem Verkaufspreis des Veranstalters zu veräußern“ - dies soll nun durch ein „Lex Viagogo“ geändert werden, so dass künftig ein 100 Prozentiger Aufschlag legal ist. Die Ticketbörse, in der Karteninhaber bislang zum Selbstkostenpreis tauschen konnten, geht ebenfalls vollständig an Viagogo über, so dass neben den vom Verein originär an Viagogo gegebenen zehn Mal 300 Karten auch von Inhabern eingestellte Karten nur mit Gebühren (und bis zu 100 Prozent Aufschlag) weitergegeben werden können.

Faszination Fankurve: Wie wollt Ihr gegen die Kooperation mit Viagogo vorgehen, gelten die erfolgreichen Proteste in Hamburg als Vorbild?
Frank Zellin: Natürlich, ebenso wie in Hamburg ist es unser Ziel, dass der Verein den Vertrag mit Viagogo möglichst schnell auflöst. Es gilt daher, den verantwortlichen Vereinsgremien zu zeigen, dass eine überwältigende Mehrheit der Schalker den „Pakt mit dem Teufel“ Viagogo strikt ablehnt. Dazu läuft derzeit unsere Unterschriftenaktion gegen Viagogo. Außerdem wird es im Stadion sicher zahlreiche weitere Transparente geben. Da wir nach den Erfahrungen im Kartenpreisausschuss befürchten, dass Vorstand und AR den im Leitbild postulierten „Dialog auf Augenhöhe“ nicht ernst nehmen, soll zudem über eine außerordentliche Mitgliederversammlung versucht werden, diesen zu erzwingen. Dafür benötigen wir die Unterschriften von mindestens zehn Prozent der stimmberechtigten Schalkemitglieder.

Weitere Informationen und das Unterschriftenformular sind auf der Website http://schalkegegenviagogo.wordpress.com/ zu finden. (Faszination Fankurve, 30.01.2013)

Fanfotos FC Schalke 04



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