15.10.2014 - Hooligans

Gegendemo zu Hooligans gegen Salafisten


Linke Gruppen aus Köln rufen zu einer Gegendemonstration gegen die Demo der selbsternannten Hooligans gegen Salafisten am 26. Oktober in Köln (Faszination Fankurve berichtete) auf. Rechtsextreme würden mit HoGeSa versuchen den Fußball zu missbrauchen.

„Uns ist bewußt, dass sich nicht alle Personen, die an dem HOGESA Treffen teilnehmen wollen, überzeugte oder gar organisierte Neonazis sind. Doch über eins sollte sich jeder potentielle Teilnehmer im Klaren sein: Diese Veranstaltung wird von extrem rechten Politikfunktionären und Neonaziaktivisten organisiert und geleitet.“, heißt es in der Mitteilung der Antifaschisten aus Köln.

Die Demonstration am 26. Oktober in Köln wird, wie die Veranstaltung in Dortmund, von dem Politiker Dominik Roeseler, der rechten Partei Pro NRW angemeldet. Roeseler ist bekennender Fans von Borussia Mönchengladbach. Da die Demonstration in Köln jedoch nach Angaben von HoGeSa von 15 bis 18 Uhr für 300 Personen angemeldet wurde, wir der Anmelder das Spiel seiner Borussia gegen Bayern München (17:30 Uhr im Borussia Park) am gleichen Tag wohl verpassen. Der aus vermeindlich unpolitischen Hooligankreisen häufig zu hörende Satz "Fußball bleibt Fußball und Politik bleibt Politik" scheint an diesem Tag nicht zu gelten.

In den sozialen Netzwerken kündigten sich zahlreiche Teilnehmer aus verschiedenen Städten an. Auch Neonazis haben dort ihr Kommen nach Köln schon zugesagt. (Faszination Fankurve, 15.10.2014)

Faszination Fankurve dokumentiert den Aufruf von Kein Veedel für Rassismus:

Gegen das Neonazi- und Hooligan-Großtreffen vor dem Kölner Dom am 26.10.2014!

Der menschenverachtende Terror des sogenannten Islamischen Staates (IS) gegen die kurdische Bevölkerung in Nordsyrien sorgte in den letzten Tagen und Wochen weltweit für Entsetzten. Gegen den IS und deren salafistische Unterstützer hier in Deutschland sind wir zusammen mit vielen kurdischen Menschen auf die Straße gegangen.
Doch nicht nur emanzipatorische und antifaschistische Kräfte machen gegen den Salafismus mobil. Neonazis, Rechtspopulisten und Rassisten nutzen die berechtigte Wut gegen Salafisten gezielt, um ihre Ideologie zu verbreiten. Am 26.10.2014 will das von extrem rechten Hooligans und organisierten Neonazis ins Leben gerufenen Netzwerk „Hooligans gegen Salafisten“ (HOGESA) ein Treffen in Köln abhalten. Die Veranstaltung soll vor dem Kölner Dom stattfinden – erwartet werden mehr als 1500 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet. Wenn ihnen das gelingt, wäre es die größte extrem rechte Demonstration, die Westdeutschland seit Jahren erlebt hat.

UNPOLITISCHE HOOLIGANS?
Auch wenn sich die Organisatoren offiziell von Neonazis distanzieren, um auch unpolitische Hooligans und Fußballfans zu ihren Veranstaltungen zu mobilisieren, gibt es zahlreiche personelle und inhaltliche Überschneidungen mit der Neonazi-Szene. Bereits vor wenigen Wochen gab es ein Treffen von „HOGESA“ in Dortmund mit über 300 Teilnehmern. Viele Teilnehmer*innen trugen rechte Szenemarken oder einschlägige Aufdrucke. An der Aktion beteiligten sich auch rund zwei Dutzend Dortmunder Neonazis, unter ihnen die “Die Rechte”-Funktionäre Michael Brück und Siegfried “SS-Siggi” Borchardt. Als einer der Organisatoren der Versammlung trat der extrem rechte “Pro NRW”-Funktionär Dominik Roeseler in Erscheinung. Dieser ist mittlerweile auch offiziell stellvertretender Regionalleiter West des HOGESA-Netzwerks und soll nach Eigenangaben am 26.10.2014 auch Versammlungsleiter sein.
Eine HOGESA-Demonstration in Frankfurt am 11.10.2014 wurde ebenfalls von Neonazis und NPD-Funktionären organisiert. Gerufen wurden dabei die von Nazidemonstrationen bekannten Sprechchöre wie „Frei, sozial und national“ oder „Hier maschiert der nationale Widerstand“. Zu der Veranstaltung in Köln wird mittlerweile massiv von Neonazis aus ganz NRW mobilisiert mit dem Ziel dort neue Anhänger zu gewinnen.
Uns ist bewußt, dass sich nicht alle Personen, die an dem HOGESA Treffen teilnehmen wollen, überzeugte oder gar organisierte Neonazis sind. Doch über eins sollte sich jeder potentielle Teilnehmer im Klaren sein: Diese Veranstaltung wird von extrem rechten Politikfunktionären und Neonaziaktivisten organisiert und geleitet.
Bei HOGESA handelt es sich um den seit langem größten Versuch von Neonazis, innerhalb der Hooligan- und Fußball-Fanszene an Einfluss zu gewinnen. Wer dort als vermeintlich unpolitischer Hooligan oder Fußballfan hingeht, geht den Vereinahmungsversuchen von Neonazis und extrem rechten Parteifunktionären auf den Leim!

NUR GEGEN SALAFISTEN?
Zugegeben, man könnte dem Gedanken, dass sich Salafisten und Neonazis gegenseitig an die Gurgel gehen, im ersten Augenblick durchaus etwas abgewinnen.
Doch den rechten Hooligans und Neonazis geht es nur vordergründig um die Ablehnung des Salafismus. Vielmehr dient ihnen das Thema als Aufhänger, um ihren menschenverachtenden Rassismus zu propagieren. Propaganda, die sich gegen Flüchtlinge und Migranten wendet und Menschen aus islamisch geprägten Ländern und Kulturkreisen unter den Generalverdacht des Terrorismus stellt. So finden sich auf den diversen Internet- und Facebookseiten, die zu der Aktion am 26.10 in Köln aufrufen, zahllose rassistische und extrem rechte Kommentare und Äußerungen. Bei ähnlichen Treffen in Frankfurt und Dortmund bedrohten Teilnehmer wiederholt Migrantinnen und Migranten beleidigten sie mit rassistischen Sprüchen. Auch bei dem für den 26.10 in Köln geplanten Treffen ist mit rassistischen Übergriffen und Bedrohungen zu rechnen.

DER FEIND MEINES FEINDES IST MEIN FEIND
Ob man die IS als Faschisten bezeichnen sollte oder nicht, darüber kann man sicher streiten – unbestritten sind jedoch die ideologischen Gemeinsamkeiten zwischen den Dschihadisten und Neonazis. Beide Gruppen teilen ein zutiefst reaktionäres Weltbild, dass Menschen nach (realer oder zugeschriebener) Zugehörigkeit zu einer Kultur oder Religion unterscheidet und abwertet. Beide Gruppen teilen eine Vernichtungsideologie, die all diejenigen ausmerzen will, die nicht in ihr menschenverachtendes Weltbild passen.
Beide haben ein Interesse an einer Ethnisierung und Kulturalisierung sozialer Konflikte und treiben deren Eskalation gezielt voran.

Daher rufen wir für den 26.10.2014 dazu auf, gegen das von Neonazis organisierte sogenannte Hooligantreffen am Kölner Dom zu protestieren.
Islamistischen und neofaschistischen Kulturkämpfern entgegentreten!
Gemeinsam gegen Salafismus und Faschismus!
Dem Neonazi- und Hooligan-Großtreffen entgegentreten!

Kommt am 26.10.2014 um 14 Uhr auf die Treppe vor dem Kölner Dom
ACHTUNG: ZEIT und ORT können sich noch ändern – Achtet auf Ankündigungen!




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Kölsche Jung am 25.10.2014, 11:24 Uhr

Pro Köln ist rechtsextrem und organisiert "irgendeine" Demo um Gesinnungsgenossen zu rekrutieren. Wer auf diesen Mummenschanz reinfällt ist entweder dumm oder voller Selbsthass. Wir Kölner machen den Quatsch nicht mit! Auf zur Gegendemo!


name ist egal am 22.10.2014, 21:14 Uhr

Es ist aber auch die frage ob man Nazis akzeptiert und mit ihnen demonstriert oder ob man gegen Salafismus ist und da muss ich sagen, da ich gegen beides bin und die kundgebung von HoGeSa meiner meinung nach zu großen teilen aus rechten bestehen wird welche den legitimen Protest gegen Salafismus für ihre zwecke nutzen werde ich mich dem gegenprotest anschließen.


manu am 22.10.2014, 06:14 Uhr

Wie wahr!


Sabeur am 18.10.2014, 11:12 Uhr

Hallo ich bin ein tunesischer fan aus braunschweig ich bin Moslem aber sympathisiere hier in unseren Kreisen mit den holls die ich als Ehr unpolitisch empfinde. Viele kennen mich und ab und zu war ich schon mal dabei gerade wenn es gegen Hannover ging. Ausgegrenzt wurde ich nicht.
Obwohl ich Moslem bin zugegeben nicht sehr gläubig machen mir die salafisten Angst.
Und überlege ernsthaft mich der hogesa anzuschliessen.
Bin ich jetzt ein Nazi ? Mit dunkler Hautfarbe und tunesischen pass?
Es ist doch wirklich was anderes wenn man sich mal ein bisschen prügelt und danach ein Bier trinkt.. Oder ob man es tolloriert gesteinigt zu werden und zu Köpfen wer so etwas toleriert sollte sich mal überlegen wo das hinführt.




lars am 18.10.2014, 09:15 Uhr

Danke Tommy.....damit ist alles gesagt....Punktlandung.


Konsorte am 17.10.2014, 23:51 Uhr

Dieser Artikel ist vorsichtig ausgedrückt peinlich und belegt die zunehmende Intoleranz, ja einfach die Paranoia der momentanen sog. Linken Szene.

Ich glaube, den heutigen linken Aktivisten mangelt es doch sehr an Feindbildern, so muss man sich etwas aus den Fingern saugen...

Jungs und Mädels, geht's noch???? Hier schreibt in Linker, jemand der seine Jugend in besetzten Häusern verbrachte, der noch heute gegen Faschismus und Homophopie aktiv eintritt!!!

Beim Thema Salafisten irrt ihr!!!! Die Aktion HoGeSa kann nicht verhindern, dass es einzelne Irregeführte gibt, die mit aufspringen, ok...

Wie Ihr es jedoch mit Eurem Gewissen vereinbaren könnt, hier alles zu Nazikram zu erklären und eine solche Veranstaltung vor dem Hintergrund der akuellen Entwicklungen zu bekämpfen, ist mir schleierhaft.

Peinlich!!! Aufwachen!!! Oder in ein paar Jahren rumjammern, wie immer!










Knut am 17.10.2014, 17:18 Uhr

Deiner Meinung!


Saarländer am 17.10.2014, 16:35 Uhr

Der Grund den die HoGeSa für ihre Demonstration angibt ist ja vollkommen in Ordnung und absolut nötig.
Es hat viel zu lange gedauert bis endlich mal jemand öffentlich sagt was doch den überwiegenden Teil unserer Bevölkerung beunruhigt. Ich sage bewusst Bevölkerung und nicht Nationa weil es sich bei dem IS Terror nicht um ein nationales Problem handelt sondern um ein globales Problem!
Nun ja...der Veranstalter ist natürlich sehr fraglich...
Gehen wir einfach mal davon aus das es deutschlandweit 20000 Hooligans gibt..
Wenn am Sonntag "nur" 2000 der bis jetzt bei FB angemeldeten Personen wirklich kommen dann sollte das unseren Volksvertretern in Berlin aber mal zu denken geben.
Es wäre sehr beachtlich wenn die Regierung von "ihren" Clubanhängern diese 10% auf die Straße bringen würde um gegen den IS Terror zu demonstrieren.
Bei ca.80mio Einwohner in Deutschland wäre das stolze 8mio Demonstranten gegen weltweiten Terror.
Hier wird ja nicht gegen irgendwelche Minderheiten oder Ausländer allgemein. Selbst bei den HoGeSa gibt esMitstreiter mit Migrationshintergrund...schon deshalb gehe ich nicht von einer Rechtsveranstaltung aus.Das sich hier einige braune Teilnehmer unter die Demonstrante mischen wirft natürlich ein schlechtes Licht auf das Ganze.
Weiterhin stellt sich die Frage warum niemand der großen Parteien es fertig bringt die Menschen zu mobilisieren um gegen IS Terror zu demonstrieren...
Das liegt wohl daran das die Damen und Herren davor Angst haben in die rechte Ecke zu geraten weil es ja Ausländer sind gegen die demonstriert wird. Da warten die Parteien bestimmt lieber mal ab wie sich das entwickelt um dann später doch noch schnell mit auf den schon rollenden Zug zu springen und das Ruder anssich reißen um später dann mit "ihrer" Demonstrationen gegen Terror Wahlwerbung zu machen.



Tommy am 16.10.2014, 18:45 Uhr

Unfassbar, da demonstriert endlich mal jemand gegen die Salafisten die wegen unfähiger Regierung unbehelligt durch die Straßen ziehen können um Jugendlichen eine Gehirnwäsche zu verpassen bis diese dann nach Syrien in den Krieg ziehen oder einen Anschlag begehen und die Antifa macht ne Gegendemo weil ein paar Rechte dabei sind.
Soweit ist es schon gekommen. Wahrscheinlich würde sich die Antifa sogar noch mit den salafisten verbrüdern. Sind doch friedlich demonstrierende deutsche mit abweichender Meinung eine viel größere Gefahr in ihren Augen. Unfassbar... Was sollen denn die Organisatoren noch machen. Es wird sich doch schon offiziell von rechtsradikalen distanziert. Sollen die jetzt jeden einzelnen kontrollieren? Oder den MitOrganisator der schon seit Jahren gegen die Salafisten demonstriert ausschließen.
Achso Kurden und Polen kommen auch viele. Schon komisch wenn alle so rechtsradikal sind oder?


Hirrrrrrn am 16.10.2014, 13:15 Uhr

"DIE antifa": ähm,scheinst dich wirklich auszukennen...
"Die gründe hierfür bekämpfen[...]": Anscheinend warst du bei keiner anderen Demo innerhalb der letzten Wochen, noch scheinst du ansonsten ein etwas breiteres Blickfeld zu haben, welche Gruppen, was und wie veranstalten...
"[...]die faschistische Ideologie[...]" ob es sich jetzt wirklich um "Faschismus" handelt, sei mal dahingestellt, aber hierzu eine kleine Frage: Welche Region auf dieser Erde hat grad wirkliche und reale Probleme mit dieser Bande?!? ...aber auf deren Veranstaltungen und auch die Ansichten, die bspw. in Kobane versucht werden zu verteidigen (Bsp.: demokratischer Konföderalismus, Emanzipation etc.), passen ja nicht ganz so gut ins Bild, wie wehende Deutschlandfahnen und Sprüche wie "endlich sind Wir wieder wer" und vor allem "Deutsch" ...ganz unpolitisch gell?!?


Hirrrrrrn am 16.10.2014, 12:54 Uhr

"Ho.Ge.Sa. Distanziert sich hiervon deutlich!!"
ähem.... wer ist nochmal gleich der Anmelder und stellvertretender Regionalleiter West, wer darf da alles gleich nochmal bei euch mitmischen, schwarz-weiß-rot sind schöne farben und auch der Eric und seine Söhne sind nicht zu verachten oder?!?


otto am 16.10.2014, 04:00 Uhr

Die Bilderwahl zum Artikel passt garnicht! Da stell ich mal die Kompetenz in Sachen Feingefühl eures Teams in Frage...Ansonsten sind natürlich sämtliche Gegenaktionen zu unterstützen!


olek am 15.10.2014, 18:55 Uhr

statt zu einer gegendemo gegen hogesa aufzurufen....sollte die antifa die gründe hierfür bekämpfen und das ist nunmal die faschistische Ideologie der salat fisten


Ben BT am 15.10.2014, 15:26 Uhr

Das treffen von 50 Leuten in Frankfurt war keine hogesa Veranstaltung sondern einfach ne komische Idee von Trittbrett Fahrern!!! Ho.Ge.Sa. Distanziert sich hiervon deutlich!!

BEN BT


fritz am 15.10.2014, 14:46 Uhr

natürlich ne geile Nummer, dass Bild von der Fandemo in dem Artikel zu wählen!