10.03.2012 - Fortuna Düsseldorf

Elf Montagsspiele und keine Antwort von der DFL


Der Supporters Club (SCD)wendet sich erneut an Götz Bender von der DFL, um die Anzahl der Montagsspiele zu kritisieren. Auf den letzten Brief erhielen die Düsseldorfer keine Antwort. Die Fans kritisieren, dass Fortuna 11 montags ran muss, Tabellennachbar Paderborn nicht ein mal. Der SCD lädt Bender deshalb zum Düsseldorfer Fankongress ein.

Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme des Supporters Club Düsseldorf:

Offener Brief an den Spielleiter der DFL

Nachdem die DFL am vergangenen Montag die endgültigen Terminierungen für die Spieltage 28 bis 32 bekanntgegeben hat, war der Unmut unter uns Fortuna-Fans sehr groß. Wir haben uns deshalb heute erneut mit einem offenen Brief an den Spielleiter der DFL, Götz Bender, gewendet.

Sehr geehrter Herr Bender,

bereits im Herbst letzten Jahres haben wir uns mit einem offenen Brief an Sie gewendet, in dem wir am Fallbeispiel des Auswärtsspiels beim FC St. Pauli die häufigen Montagabend-Ansetzungen der Spiele unseres Vereins Fortuna Düsseldorf und die damit für uns Fans verbundenen Schwierigkeiten kritisierten. Leider haben wir auf diesen Brief weder eine Antwort erhalten noch auf anderem Wege – z.B. medial – eine Stellungnahme Ihrerseits zu unserer Kritik vernommen. Vor dem Hintergrund, dass DFB und DFL in der Regel keine Gelegenheit auslassen, die Bedeutung der Fans für die Bundesliga zu betonen, empfanden wir dies seinerzeit als sehr bedauerlich.

Wir sehen uns heute dennoch erneut gezwungen, Sie in dieser Angelegenheit zu kontaktieren, da die bereits im letzten Herbst von uns angeprangerte Thematik leider nichts von ihrer Aktualität verloren hat – im Gegenteil!

Bereits die Ansetzung unseres Auswärtsspiels beim FC Energie Cottbus am 26. Spieltag der laufenden Saison sorgte innerhalb der Anhängerschaft von Fortuna Düsseldorf für großen Unmut. Es ist im Grunde schon eine Unverschämtheit, ein Spiel am Montagabend anzusetzen, bei dem der Anhang der Gastmannschaft nicht weniger als 650 Kilometer Anreise zurückzulegen hat. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass es sich bei besagter Partie mitnichten um ein Spitzenspiel handelt (was auch schon bei der Festlegung der Termine vor einigen Wochen abzusehen war) und es sich dabei bereits um das neunte Montagsspiel mit Beteiligung von Fortuna Düsseldorf in der laufenden Saison handelt.

Als regelrechte Schikanierung empfinden wir aber die am Montag bekanntgegebenen Ansetzungen der bis dahin noch nicht fix terminierten Spieltage 28 bis 32.

Zwei weitere Male kommt unserer Mannschaft das zweifelhafte Vergnügen zuteil, den Spieltag am Montagabend abschließen zu dürfen. Zwei weitere Male müssen wir Fans zudem Urlaubstage opfern, um unsere Elf auch in der Ferne anfeuern zu können. Und wieder handelt es sich dabei um Spiele mit enormer Anfahrt - nämlich um die Partien in Rostock am Gründonnerstag (570 Kilometer) und Dresden (580 Kilometer). Dass obendrein zwischen dem Schlusspfiff unseres Heimspieles gegen den FC St. Pauli am Montag, 2. April, und dem Anstoß in Rostock am Donnerstag derselben Woche ganze 68 Stunden liegen, zeigt neben der extrem ungerechten Verteilung der Montagsspiele, dass in Ihrem Hause anscheinend wenig Wert auf einen ausgewogenen Spielplan gelegt wird. Eine vernünftige Regeneration und Spielvorbereitung wird hierdurch – auch unter Berücksichtigung der mehrstündigen Anreise nach Rostock – deutlich erschwert.

Diese Unausgewogenheit möchten wir gerne auch mit Zahlen belegen. Fortuna Düsseldorf wird am Ende der Saison auf elf Montagspiele zurückblicken können, gefolgt von Eintracht Frankfurt und dem FC St. Pauli mit neun bzw. acht. Der SC Paderborn, der zurzeit immerhin den Relegationsplatz belegt, wird hingegen nicht ein einziges Mal am Montagabend angetreten sein, selbiges gilt für den FC Ingolstadt und den FSV Frankfurt. Und auch der derzeitige Tabellenführer aus Fürth wird gerade einmal drei Spiele an einem Montagabend bestritten haben, wenn die Saison Anfang Mai beendet sein wird.

Wir sehen durchaus ein, dass das Montagsspiel ein fester Bestandteil der TV-Verträge zwischen der DFL und den übertragenden Sendern darstellt. Es wäre auch deutlich weniger dagegen einzuwenden, wenn diese Spiele einigermaßen fair auf alle 18 Zweitligisten verteilt würden und bei der Ansetzung weiterhin die Distanz zwischen den Spielorten berücksichtigt würde. Diese beiden Voraussetzungen, um sich mit diesem ungeliebten Spieltermin zu arrangieren, sehen wir allerdings nicht - vielmehr ist das genaue Gegenteil der Fall. Es kann in unseren Augen nicht sein, dass die gesamte Liga durch höhere TV-Gelder vom Montagsspiel profitiert, am Ende aber einige wenige Vereine und deren Fans diese Suppe auslöffeln müssen.

Was Montagsspiele für uns Fans bedeuten, darauf sind wir bereits in unserem letzten Brief ausführlich eingegangen. Daher möchten wir an dieser Stelle nur erwähnen, dass ein Fortuna-Fan, der alle 34 Saisonspiele seiner Mannschaft live im Stadion erleben möchte, in dieser Saison fast ein Drittel seines Jahresurlaubs hierfür opfern muss.

Und auch wenn es mit dem Montagstermin nichts zu tun hat, möchten wir die Gelegenheit nutzen und Sie fragen, wer in Ihrem Hause eigentlich auf die Idee gekommen ist, einen kompletten Spieltag der Zweiten Bundesliga unter der Woche um 17:30 Uhr anpfeifen zu lassen? Bedurfte es noch eines letzten Beweises dafür, dass man bei der DFL sämtliches Maß für die Belange der Fans und Zuschauer verloren hat, so haben Sie diesen hierdurch eindrucksvoll erbracht.

Wir möchten Sie allerdings nicht mit Vorwürfen „bombardieren“, ohne Ihnen Gelegenheit zu geben, sich diesen zu stellen und sich entsprechend zu äußern. Daher möchten wir Sie sehr herzlich zum ersten Düsseldorfer Fankongress einladen, der am Samstag, 17. März, in den Räumlichkeiten der Düsseldorfer Arena stattfinden wird. Hierbei werden engagierte Fans in mehreren Arbeitsgruppen zu vielen aktuellen Themen rund um den Fußball und unseren Verein diskutieren und nach Lösungen suchen.

Sollte Ihnen die Teilnahme aufgrund der Kurzfristigkeit dieses Termins nicht möglich sein, so würden wir uns darüber hinaus freuen, wenn Sie den Anhängern der Fortuna im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu dieser Thematik Rede und Antwort stehen würden, für die sicherlich ein geeigneter Termin gefunden werden kann! Für beide Einladungen gilt: Selbstverständlich würden wir die Kosten für Ihre Anreise und eine angemessene Unterkunft übernehmen.

In Erwartung Ihrer Antwort verbleiben wir mit sportlichen Grüßen

Vorstand und Beirat

Supporters Club Düsseldorf 2003 e.V.

Fanfotos Fortuna Düsseldorf



Weitere News:
23.05.2016: ​BGH betätigt Urteil gegen F95 Hooligan weitestgehend
23.05.2016: ​Ultras Düsseldorf sammeln für neue Lautsprecheranlage
04.05.2016: Umzug der Ultras Düsseldorf ins Herz der Südtribüne
02.05.2016: Verein kritisiert Polizeieinsatz & Einsatzleiter
02.05.2016: Ultras prüfen rechtliche Schritte gegen Polizeieinsatz

Alle 175 News anzeigen



Kommentar schreiben

Name:


Kommentar:


Kommentar-Regeln