13.12.2012 - 1. FC Köln

„Bis Jahresende aus den Stadien fernbleiben“


Als Reaktion auf die Verabschiedung alle Anträge des DFL-Sicherheitspapiers haben die Coloniacs entschieden bei den beiden nächsten Spielen des 1. FC Köln nicht ins Stadion zu gehen. Die Kölner Ultras wollen in Winterpause über weitere Protestformen nachdenken.

Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme der Coloniacs:

Gestern wurde in Frankfurt von einer Mehrzahl von Fußballfunktionären, sogenannten Vereinsvertretern, das DFL-Papier »Sicheres Stadionerlebnis« verabschiedet. Nach Wochen des gemeinsamen, bunten und friedlichen Protests, vielen Gesprächen, der Aktion »Ohne Stimme keine Stimmung!« und der Kölner Fandemo zum Erhalt der Fankultur müssen wir erkennen, dass wir verloren haben. Statt der ausgestreckten Hand zum Dialog, der Hoffnung auf eine Versachlichung der Debatte wurde uns von den Fußballfunktionären die Tür vor der Nase zugeschlagen – auch wenn diese nun gegenteiliges behaupten wollen.

Um ehrlich zu sein, wir sind geschockt, dass trotz der Erfolge des Protests, der medialen Aufdeckung von Unstimmigkeiten in der Argumentation der Law-and-Order-Vertreter der Vereine, der Politik und der Polizei, das Konzept nun verabschiedet wurde. Bedanken wollen wir uns bei allen, die an dem Protest gegen das DFL-Papier mitgewirkt haben! Ihr habt bewiesen, dass die Fankultur und auch die Vereinskultur in Deutschland lebendig, vielfältig, kreativ und bunt ist. Dieses Bild gilt es nun auch in der Zukunft unter Beweis zu stellen. Lassen wir uns nicht auseinander dividieren und weiter für den Erhalt der Fankultur kämpfen!


Auch in den Stunden nach der Niederlage in Frankfurt wollen wir nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern Mittel finden, unseren Weg stolz und konsequent weiter zu gehen. Die ausgestreckte Hand zum Dialog und zur Versachlichung wird ausgestreckt bleiben, ohne unsere Ideale und Vorstellungen als Ultras des FC zu verraten. Das versprechen wir Euch allen, die uns auf unserem Weg als Coloniacs bisher begleitet haben.

„Werden wir nun bis Jahresende aus den Stadien fernbleiben“
Als Reaktion auf die Verabschiedung alle Anträge des DFL-Sicherheitspapiers haben die Coloniacs entschieden bei den beiden nächsten Spielen des 1. FC Köln nicht in Stadion zu gehen. Die Kölner Ultras wollen in Winterpause über weitere Protestformen nachdenken.

Faszination Fankurve dokumentiert die Stellungnahme der Coloniacs:

Freiheit stirbt mit »Sicherheit«!

Dennoch können und wollen wir nicht einfach so zur Tagesordnung zurückkehren, dafür hat sich der Fußball mit der Entscheidung vom 12.12.2012 zu sehr verändert und wird sich weiter verändern. Der Stimmungsboykott über 12 Minuten und 12 Sekunden sollte aufzeigen, was dem Fußball in Deutschland droht, wenn die von Populisten bedrängten Funktionäre diesen nachgeben. Nach der Verabschiedung des DFL-Papiers werden wir nun bis Jahresende aus den Stadien fernbleiben. Weder am Freitag in Sandhausen noch beim Pokalspiel in Stuttgart am kommenden Mittwoch werden wir Coloniacs das Stadion betreten. Ihr könnt versichert sein, dass uns dieser Schritt nicht leicht fällt, doch als Ultras des FC wollen wir mit erhobenen Kopf unsere Vorstellungen leben. Eine klare Position zu finden ist uns auf die Schnelle nicht möglich. Zeit heilt ja bekanntlich Wunden und so nehmen wir uns nun die dazu nötige Zeit.

Wir möchten den Zeitraum bis zum Heimspiel gegen die BSG Wismut Aue am 02.02.2013 nutzen, um uns neu aufzustellen, Positionen intern, mit anderen FC-Fans, mit Fans aus ganz Deutschland, in unseren Fanbündnissen und mit unseren Freunden aus Paris und Florenz zu diskutieren, um unseren Weg im Umgang mit der neuen Situation zu finden.

In den kommenden Tagen werdet Ihr hier weitere Informationen bekommen. Wir freuen uns natürlich über jede Person, die an den kommenden beiden Spieltag mit uns in Köln verweilen und im Kreise von Gleichgesinnten und Freunden die Spiele verfolgen wird.

Der Mannschaft des 1. FC Köln möchten wir mitteilen, dass unser Protest nicht Euch gilt. Wir drücken Euch für die beiden Spiele fest die Daumen und sind in Gedanken mit Euch im Stadion!

Kein Fußball den Populisten!
Bliev jeck, bliev Ultrà!

Fanfotos 1. FC Köln



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Fanatiker der Tradition am 18.12.2012, 13:47 Uhr

@ Leutnant Blueberry

Mann Mann Mann so viel Müll auf einen Haufen...und das von jemandem der "angeblich" seit 25.723 Jahren Überall im Universum herumhoppt und deswegen ja schon sicher alles weiß alles gesehen hat und vor allem durch GROUNDHOPPING was von allen Ultraszenen überhaupt mitbekommen hat...zum kotzen

Bitte hippi hoppi weiter hauptsache du bist nicht im selben Stadion wie ich und bildest dir dann zum Schluß über mich IRGENDWELCHE meinungen von der Familientribüne aus...LÄCHERLICHST!!!

United we stand
Divided we fall


Peter am 15.12.2012, 14:23 Uhr

Wenn die Ultras nicht mehr da wären, würde die Stimmung auch nicht mehr besonders gut sein. Allerdings muss man sagen, dass die Ultras auch für bessere Stimmung sorgen könnten, wenn die nicht die ganze Zeit irgendwelche Liefer singen würden, die die meisten nicht oder nur zum Teil können. Man müsste viel mehr massentaugliche Lieder singen. Dann würde es auch wieder vernünftig laut werden. UNd man sollte auch nicht gleich was anderes anstimmen, wenn aus der Kurve etwas kommt, sondern da mit einstimmen.


Non plus ULTRA ganz lustig am 14.12.2012, 10:40 Uhr

Gut argumentiert, muss man dir schon lassen ...


Mimimimimimi! am 14.12.2012, 08:58 Uhr

Die 25 auf dem Foto abgebildeten (plus Fotograf?) weniger werden bei einer Zuschauerzahl von 40.000 oder 50.000+ extrem auffallen und sicherlich schmerzlich fehlen!


Non plus ULTRA am 14.12.2012, 02:37 Uhr

Fußball OHNE Ultras? Da trauern weniger als ihr denkt....höchstens noch die Minderbemittelten!!


FF am 13.12.2012, 23:38 Uhr

Früher war die Stimmung besser? Wieso wohl? Vielleicht, weil damals wirklich nur die ins Stadion gegangen sind die den Fußball geliebt haben! Damals war es leicht an Karten zu kommen und freier Platzwahl war an der Tagesordnung. Heute gehen doch sogar viele Weiber ins Stadion und das nur um Schweinsteiger oder,wenn auch sonst zu gehen! Ich bin Bayern Fan und bin jedes Spiel in der Allianz Arena. Da gibt es viele die sich nicht mehr für die Fußball Liebe Interessieren sondern einfach damit Posen möchten und etwas zum Präsentieren haben möchten. Dieses Problem hat nicht nur Bayern sondern auch sehr viele andere 2 Liga Vereine. Die Ultras bzw. Aktive Fans sind wirklich nur noch die einzigen die etwas machen ohne die würde es in unsere Stadion wohl so aussehen wie in Hoffenheim. In Hoffenheim gibt es keine Ultras wieso haben die, dann keine Stimmung?


FC Dino am 13.12.2012, 23:29 Uhr

Ich glaube, ohne die Stimmung im Stadion ist die "Ware " Fußball im TV unverkäuflich mit der Zeit. Spätestens dann setzt ein Umdenken bei DFL und DFB ein. Insofern wäre ein Fernbleiben der Fans, die die Stimmung machen , sinnvoll !


Hermann am 13.12.2012, 21:10 Uhr

Gehts noch Leutnant Blueberry?! Das was du da erzählst ist reiner Populismus gegen Ultras. Es gibt auch reichlich freundliche Ultras. Außerdem solltest du nach 25 Jahren Groundhopping auch mal gemerkt haben das diese sogenannten Ultragruppierungen aus 20 bis 300 oder mehr Mitgliedern bestehen. Selbst in einem Kegelverein wirst du nicht erwarten können das sich alle 20 Mitglieder immer benehmen. Einer fällt immer aus der Reihe.


Pro more brain am 13.12.2012, 19:06 Uhr

Ich bin auch seit vielen Jahren in europäischen Stadien unterwegs und kann die Meinung von "Leutnant Blueberry" zu 100 Prozent unterschreiben!!Meiner Meinung schreiben in diesem Forum zu Viele,die keine Ahnung haben vom Fußball haben und nur irgendeiner Ultragruppe hinterherlaufen!Die fehlende Selbstkritik von Teilen der Ultras nervt zunehmend Alle,inklusive Vereine.Und was heißt zu wenig Rechte? Kein normaler Fanclub bekommt solche Privilegien vom Verein wie die Ultras,aber das ist aus deren Sicht immer noch zu wenig!Gibst du denen den kleinen Finger dann ist der ganze Arm weg.....


Bämhill am 13.12.2012, 18:17 Uhr

Also wir kennen niemanden der wegen der Ultras nicht mehr ins Stadion geht. Für uns gehört das zum normalen Rahmen. Wer wegen Ultras nicht mehr ins Stadion geht, verlässt das Haus nicht mehr weil es draußen frische Luft geben könnte...


Leutnant Blueberry am 13.12.2012, 16:17 Uhr

@ Doppel P
Ja klar, in Italien sind die Ultras die Guten und alle anderen sind schuld am Untergang des italienischen Fußballs. So ein Blödsinn, träume weiter! Ich bin seit 25 Jahren als Groundhopper untwerwegs und war auch in den meisten dieser Länder mehrfach unterwegs, da brauchst Du mir nichts zu erzählen. Ich habe mich jahrelang mit den Fan-Szenen in vielen Ländern auseinander gesetzt. Die so genannten "Ultras" sind mir fast überall negativ aufgefallen.
Und in Italien gab und gibt es so gut wie gar keine Sicherheitsmaßnahmen. Der normale Fan geht dort nicht mehr ins Stadion - wegen den bekloppten Ultras!
Und Du gibst an, dass in diversen Ländern über unser Gewaltproblem gelacht wird. Diese Länder können ruhig über uns lachen, aber schau mal nach Polen - da gehen ja noch weniger ins Stadion als in Italien. Und im Pleitestaat Griechenland sollte man mal ganz ruhig sein.

OLD SCHOOL FOR EVER!



Fanatischer Traditionalist am 13.12.2012, 15:50 Uhr

Richtig so von den Ultras. Der Verein wird schon sehen, wo das hinführt, wenn kein Ultrasupport mehr zu hören ist. Dann war es das mit "allez allez allez hoooo" und "ohohohohoho allez allez". Mal ehrlich, welcher Zuschauer geht schon wegen des Fußballs ins Stadion? Die Leute wollen den Support der Ultras konsumieren und Doppelhalter sehen. Und das ist Fakt! Der Protest der Ultras wird sicherlich dafür sorgen, dass schon bald viele Leute ihre Dauerkarten kündigen werden, da das Event nicht mehr so schön ist und man die Zaunfähnchen vermisst!

Ultra!


Doppel P am 13.12.2012, 15:06 Uhr

@Leutnant wenn du dich mit der Materie auseinander gesetzt hättest würdest du wissen, das in Italien nich die Ultras schuld sind an den leeren Stadien sondern die von der Politik und der Liga durchgeführten "Sicherheitsmaßnahmen". Und genau das wird in Deutschland auch passieren. Es wird alles mögliche getan um die Ultras raus zu bekommen das Problem ist dass man mit den Maßnahmen aber früher oder später alle Fans abschreckt außer die Ultras. Siehe Italien. Die einzigen die da noch halbwegs ins Stadion gehen und die Strapazen auf sich nehmen sind da nämlich die Ultras. Und was hat man davon? Leere Stadien, keine Stimmung, weniger Geld (und ich meine nicht nur die Eintrittskarte), geringere Fernseheinnahmen werden noch kommen weil es nicht mehr "Attraktiv" ist. Da gab es übrigens vor wenigen Wochen einen sehr guten Bericht auf ZDF Neo meine ich, der genau das zeigte. Hier wird über ein "Gewaldproblem" gesprochen, da lachen die in Polen, Griechenland, Türkei, Brasilien, Argentinien usw. nur drüber.


Arni am 13.12.2012, 14:59 Uhr

Wäre auf jeden Fall schön,wenn die Ultra volksverblödende Kultur langsam zu Ende geht. Dann wäre endlich Schluß mit nervendem Dauergesang und der Fußball steht wieder im Mittelpunkt.Die Stimmung ist seit dem Nachgesangel durch einen "Einheizer" deutlich bescheidener als in den 90ern!!
Viva Old School, kontra Kommerzultras!!


Fredi am 13.12.2012, 13:58 Uhr

ich finde den Weg falsch,es wird sich eh nichts ändern.


Bämhill am 13.12.2012, 13:12 Uhr

Respekt für diese Entscheidung. Hoffentlich ziehen weitere Ultras aus der ganzen Republik dieselben Schlüsse. Wir alle lieben Fussball und die Fussballer lieben die Stimmung, aber eine non-verbale Antwort wie der Boykott sagt mehr als alle Transparente, Flyer, Sprechchöre. Denn im Endeffekt ignorieren die "Funktionäre" diese Formen der Meinungsfreiheit und freuen sich über das bezahlte Geld der im Stadion Anwesenden. Die aussagekräftigsten Antworten können nur leere Kurven und stille Betonovale sein!


Leutnant Blueberry am 13.12.2012, 12:53 Uhr

Sollen die Ultras doch in allen Stadien draussen bleiben. Vor 15, 20 Jahren, als es in Deutschland keine Ultras gab, war die Stimmung in den meisten Stadien sowieso viel besser, da hat das ganze Stadion mitgemacht und gewackelt. Das langweilige Dauergesinge von 3,4 Liedern ist doch keine Anfeuerung. Geht nach Italien, dort haben die Ultras die Vereine kaputt gemacht, die brauchen jeden Ultra bei immer mehr zurückgehenden Zuschauerzahlen.
OLD SCHOOL FOR EVER!!!


Zemke am 13.12.2012, 12:06 Uhr

Mal eine frage wie ist es mit den hsv fans unternehmen die am we was und wenn ja wo kann ich da mit mischen ??