03.02.2015 - Borussia Dortmund

Auswärtsspiel: Ex-Abgeordneter zeigt Polizei an


Manfred Such, ein 72 Jahre alter BVB-Fan, der für Die Grünen im Bundestag saß und vor seiner Pensionierung Kriminalhauptkommissar war, besuchte am Samstag das BVB-Spiel in Leverkusen. Polizisten verweigerten ihm drei Stunden vor Anpfiff den Besuch der Innenstadt, weshalb er Anzeige erstattete.

Der ehemalige Polizist und Bundestagsabgeordnete war am Samstag mit seiner Frau mit dem Sonderzug für die Fans von Borussia Dortmund nach Leverkusen gereist. In Leverkusen Wiesdorf am Bahnhof Leverkusen Mitte wollte er diesen in Richtung Innenstadt verlassen. Die dort positionierten Polizisten verweigerten ihnen den Durchgang und schickten die beiden BVB-Fans in Richtung Stadion.

Die Polizei begründete das eigene Vorgehen mit Sicherheitsbedenken. Die Maßnahme diente nach Angaben der eingesetzten Polizisten der Sicherheit der BVB-Fans. Also machte sich Manfred Such mit seiner Frau auf den Weg zum Stadion, um einer Eskalation aus dem Wege zu gehen und versuchte an einer weiteren Straßenecke erneut in Richtung Innenstadt abzubiegen, was ihm auch von den dort anwesenden Polizisten verweigert wurde. Zuvor brachte er noch die Dienstnummer des Polizisten am Bahnhof in Erfahrung, der ihm den Weg versperrte. An der kommenden Kreuzung erhielt er die Dienstnummer von den dort eingesetzten Beamten nicht. Also machte er sich endgültig auf den Weg zum Stadion. Von dort konnte er sich frei bewegen und begab sich schlussendlich doch in die Innenstadt.

Nach eigenen Angaben fühlte sich Such zu keiner Zeit, weder in der Innenstadt, noch im Stadionumfeld, von anderen Fans bedroht. Im Anschluss an das Spiel stellte der ehemalige Bundestagsabgeordnete Strafanzeige wegen Freiheitsberaubung und Nötigung gegen den Polizeibeamten am Bahnhof, dessen Dienstnummer Such angab sowie gegen einen Polizeibeamten an der Straßenkreuzung, deren Dienstnummer der Geschädigte nicht in Erfahrung bringen konnte.

Über seine Erfahrung beim Auswärtsspiel in Leverkusen informierte Such die Staatsanwaltschaft Köln, das Bundespolizeipräsidium, das Justizministerium und Innenministerium von Nordrhein Westfalen, den Bund der Steuerzahler, die Deutsche Bahn AG und Borussia Dortmund. Manfred Such war vor seiner Pensionierung Kriminalhauptkommissar in der Kreispolizeibehörde Soest. Neben seiner damaligen Aktivität in der Partei Die Grünen war er in der Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten aktiv. (Faszination Fankurve, 03.02.2015)

Hier geht zur gesamten Situationsbeschreibung von Manfred Such beim Fanzine „Gib-mich-die-Kirsche“.

Fanfotos Borussia Dortmund



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Kommentare:

Harry am 04.02.2015, 18:36 Uhr

so ist das doch bei jedem Auswärtsspiel auf das Alter wird doch gar keine Rücksicht genommen,man wird doch sofort als Krawallmacher abgestempelt und seiner bürgerlichen Rechte beraubt,habe es selber erlebt vor ein paar Wochen in der RB nach Berlin man kam sich vor wie in einem Gefangenentransport,macht doch alles keinen Spaß mehr alles total überzogen von den Polizeibeamten sah bei ihnen schon nach jeder Menge Frust aus ! Übrigens ich bin 56 Jahre alt und eigentlich nur Fußballfan und werde mit deutlich jüngeren über einen Kamm geschoren,armes Deutschland !


Günter am 04.02.2015, 14:13 Uhr

Schön das es so gute pensionierte Kollegen von der Kripo gibt die ihr Leben hinter einem Schreibtisch verbracht haben und niemals Einsätze hatten bei denen es zu Konfrontationen hätte kommen können.Bin froh das er den Kollegen der Schutzpolizei anzeigt der da nur seine Arbeit macht weil er einen Auftrag dazu hat und auch zu seinem Schutz dort steht. Wenn der pensionierte Kollege etwas auf die Nase bekommen hätte wäre das Geschrei gross gewesen. Prävention nennt man sowas und da wird etwas unternommen damit nichts passiert.PRÄVENTION
Peinlich lieber Exkollege


Mandro am 04.02.2015, 00:08 Uhr

Richtig so. Man muss sich auch nicht immer alles gefallen lassen. Und das ist ja wohl lächerlich von den Polizisten.


Mandro am 04.02.2015, 00:08 Uhr

Richtig so. Man muss sich auch nicht immer alles gefallen lassen. Und das ist ja wohl lächerlich von den Polizisten.


Berndt am 03.02.2015, 15:39 Uhr

Aua,Aua, jetzt heult der Polizist rum. Kömisch ,Allen anderen Fussballfans geht es jede Woche so


Phil am 03.02.2015, 15:27 Uhr

Kann man so oder so sehen, das er mit Kanonen auf Spatzen schießt, muss am gar nicht bestreiten, aber trotzdem ist es lobenswert wenn jemand aus einem anderem Umfeld und auch das alter des Herrn spricht ja nicht gerade für eine Gefährdung irgendwelcher Personen.

Das Polizist Xy nur Vorgaben befolgt ist richtig, sollte sich da aber etwas ergeben wird eh die Einsatzleitung zur Rechenschaft gezogen...

Allerdings weis jeder Szenekundige auch das seit der Freundschaft unter gewissen Ultras ist Lev-Dortmund auch nicht mehr ganz unbrisant wobei diejenigen eh auswärts in Hamburg waren, deshalb sind wir wieder bei dem Thema Polizeiwillkür und danke Herr Jäger...


erfahrener Auswärtsfahrer am 03.02.2015, 13:37 Uhr

Allem Anschein nach war er das erste mal bei einem Auswärtsspiel.

Leverkusen ... Innenstadt ... fängt schon gut an ..!?

Außerdem sollte er wissen, dass der "Kollege" den er jetzt angezeigt hat auch nur seine Anweisungen befolgt.
Aber wie ist er (ohne Androhung von Knüppel oder Pfefferspray) an die Dienstnummer gekommen?

Peinliche Nummer...