25.01.2015 - Hooligans

Auflösungswelle bei Hooligan-Gruppen


Eine Auflösungswelle erreicht mehrere Hooligans-Gruppierungen in Deutschland. So gaben die Standarte Bremen, Hooligans von Werder Bremen, nach 25 Jahren ihre Auflösung bekannt, ebenso wie die Westfront Aachen. Ob die Auflösungen in Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs stehen ist unklar.


Dieser hat am vergangenen Dienstag ein Urteil gegen die Hooligans Elbflorenz von Dynamo Dresden bestätigt. Demnach können Hooligans-Gruppierungen als kriminelle Vereinigung eingestuft werden (Faszination Fankurve berichtete). Die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ist eine Straftat. Mitglied einer kriminellen Vereinigung zu sein oder diese zu unterstützen, wird nach Paragraph 129 Absatz 1 Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.

Dieses Risiko scheint den Hooligans in Aachen und Bremen zu groß zu sein, weshalb die Gruppen Standarte Bremen und Westfront Aachen beide ihre Auflösung bekannt gaben.

Auf der Homepage der Westfront heißt es: „Hiermit geben wir bekannt, dass die Westfront Deutschland, Westfront Aachen, Westfront Jugend sowie Legion WF mit sofortiger Wirkung seit dem 15.01.2015 aufgelöst sind!“ Die Hooligans datieren das Ende der Gruppen somit noch vor das BGH-Urteil vom 20.01.2015.

"Der Fußball-Fanklub Standarte-Bremen hat sich nach 25 Jahren aufgelöst. Ich erinnere mich gerne an diese Zeit, eine Zeit, die man nie vergißt..." heißt es zur Auflösung der Standarte Bremen auf der Webseite der Hooligans.

Sowohl der Standarte Bremen, als auch der Westfront werden Kontakte in die Rockerszene nachgesagt. Die Standarte zeichneten sich in der Vergangenheit durch Organisation von sogenannten Drittortauseinandersetzungen mit anderen Hooligan-Gruppen aus. Bei den sogenannten Feld-Wald-Wiese Prügeleien treffen sich Hooligangruppen weit abseits des Stadions, um eine abgemachte Schlägerei durchzuführen.


Der Bundesgerichtshof hatte im Urteil am Dienstag die Verurteilung der Hooligans Elbflorenz bestätigt, die ebenfalls an der Organisation solcher Auseinandersetzungen beteiligt gewesen sein sollen. (Faszination Fankurve, 25.01.2015)

Update 25.01.2015: Mittlerweile hat auch eine Hooligan-Gruppe aus Hannover die eigene Auflösung bekannt gegeben.

Update 26.01.2015: Die Westfront Aachen distanziert sich auf ihrer Homepage vom Hooliganismus: "Entgegen der medialen Darstellung bildeten die Westfront Deutschland sowie die Westfront Aachen einen Club kampfsportinteressierter Männer, die die selben Werte teilten, aber zu keiner Zeit waren die Westfront Deutschland, die Westfront Aachen oder eine ihrer Untergruppen (Westfront Jugend / Legion WF) ein Fußball-Fanclub oder gar eine Hooligangruppierung. Daher beteiligen wir uns weder an den aktuellen Diskussionen noch geben wir Auskünfte über die Beweggründe für diesen Schritt", heißt esmittlerweile auf der Homepage der Gruppe, die sich teilweise aus Mitgliedern der Gruppe Westwall Aachen zusammensetzten soll.




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BBLA am 26.01.2015, 12:41 Uhr

Standarte war eh nicht mehr wirklich aktiv und um die westfront ist es nicht schade. Eine lächerliche erklärung als die der westfront kann man gar nicht schreiben. So ein Zufall einen Tag nach dem Urteil die Auflösung.


Anton Charly Adolf Bärbel am 26.01.2015, 07:52 Uhr

Ich finde das ganze einfach nur lächerlich,Sittenwidrig??Bekommt man dann auch ne Strafe wenn man zu einerDomina geht??5Jahre für Mitgliedschafft und die Kinderschänder bekommen Bewährung?!Armes Deutschland


Peter am 25.01.2015, 17:15 Uhr

Das Urteil ist lächerlich. Wald und Wiese sollte erlaubt bleiben. Die Boxvereine werden ja auch nicht verboten und boxen ja sogar im Fernsehen gezeigt und Leute wie die Klitschkos noch hochgejubelt. Das ist genau so gewollte Körperverletzung, wie sie im Urteil angeprangert wird. Bei Wald und Wiese wissen auch alle Beteiligten, dass sie sich verletzen können, genau wie die Leute im Boxring.


What? am 25.01.2015, 12:48 Uhr

Das die Gruppen sich vor allem durch rechtsradikales Gebaren auszeichnen hätte man allerdings auch mal erwähnen können, oder?