04.02.2013 - Hannover 96

434 Hannover-Fans wurden von Polizei aufgehalten


Während der Anreise von Hannover 96-Fans zum Auswärtsspiel bei Werder Bremen wurden seitens der Bundespolizei von über 400 Hannover-Fans die Personalien aufgenommen. Die Fanhilfe Hannover widerspricht der Pressemitteilung der Polizei, in der die Vorfälle am Bahnhof Achim thematisiert werden.

Faszination Fankurve dokumentiert die Pressemitteilung der Fanhilfe Hannover:

Pressemitteilung, 03.02.2013
Fanhilfe Hannover wehrt sich gegen Falschdarstellung


Über 400 Fans, die zum Auswärtsspiel ihrer Mannschaft in Bremen anreisen wollten, wurden am Freitag den 01.02.2012 über Stunden in polizeilichem Gewahrsam gehalten. Eine Rechtsgrundlage bestand dafür nach Ansicht der Fanhilfe Hannover nicht.


Fakt ist, dass 434 Bahnreisende Fußballanhänger am Bahnhof Achim den überfüllten Regionalzug verließen um mit einem späteren Zug die Reise nach Bremen fortsetzen zu können. Die eingesetzten Polizeibeamten hinderten die Fans daran zunächst nicht, bildeten jedoch Sperren. Aus bisher ungeklärten Gründen fuhr der Anschlusszug wider Erwarten nicht in den Bahnhof Achim ein.

Aus den Reihen der Fans wurden auf dem Bahnsteig zwei Knallkörper gezündet. Die Fans wirkten daraufhin per Megaphon auf ihre Mitreisenden ein, dieses gefährliche Verhalten zu unterlassen. Darüber hinaus verhielten sich die Fans trotz der ungeklärten Situation absolut friedlich. Ein Seitengleis wurde lediglich von einzelnen Fans zum Verrichten der Notdurft überquert, da Beamte der Polizei einen Zugang zu einer Toilette während des kompletten Aufenthalts in Achim verhindert hatten.


Die Begehung von zwei Ordnungswidrigkeiten veranlasste die Polizei dazu gegen alle anwesenden Personen ein Betretungsverbot für die Stadt Bremen auszusprechen, sowie diese nach Hannover zurückzuführen.


Auch hier verhielten sich die Fans weiterhin friedlich und warteten mehrere Stunden auf dem zum Großteil unüberdachten Bahnsteig.


Beim Einsteigen in den bereitgestellten Regionalexpress kam es zu vereinzelten Rangeleien mit der Polizei, unter anderem da zu Beginn nicht alle Wagen freigegeben wurden weshalb es zu einer Überfüllung einzelner Wagen kam und ein weiteres Einsteigen nicht möglich war. Unter massiver Anwendung körperlicher Zwangsmaßnahmen verbrachten die Einsatzkräfte die Fans in den Zug. Im Hauptbahnhof Hannover wurden die Personalien aller 434 mitgereisten Fans aufgenommen. Diese Maßnahmen zogen sich bis in die frühen Morgenstunden des Sonnabends hin. Während der gesamten acht Stunden, die Fans befanden sich nun schon seit 18 Uhr in Gewahrsam der Polizei, bestand keine Möglichkeit sich mit Getränken oder Essen zu versorgen. Die Maßnahmen der Polizei wurden per Lautsprecher angekündigt, eine Rechtsgrundlage wurde dabei nicht genannt.


Aus Sicht der Fanhilfe Hannover ist das Einsatzverhalten der Polizei als überzogen und teilweise rechtswidrig anzusehen. Über 400 Fans wurden aufgrund von zwei Ordnungswidrigkeiten über Stunden festgehalten und in ihren Rechten jenseits jeglicher Verhältnismäßigkeit massiv eingeschränkt. Trotz fehlender Kommunikation über den Grund der Maßnahmen verhielt sich der überwältigend große Teil der Fans absolut friedlich. Erschwerend kommt aus Sicht der Fanhilfe Hannover hinzu, dass zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit bestanden hätte sich räumlich von dem Werfer der Knallkörper zu distanzieren, da dies in einem polizeilichen Kessel geschah.

Erschrocken zeigt sich die Fanhilfe Hannover über die Falschdarstellung in den Pressemitteilungen der Bundespolizei, über welche scheinbar versucht werden soll, die völlig überzogenen Eingriffe in die im Grundgesetz verankerte Bewegungsfreiheit im Nachhinein zu legitimieren.

Die Fanhilfe Hannover prüft nun rechtliche Schritte einzuleiten. Augenzeugen und Betroffene werden gebeten sich mit der Fanhilfe Hannover in Verbindung zu setzen.


Fanhilfe Hannover, 03.02.2013

Erkennungsdienstliche Behandlung am 01.02./02.02.2013
Alle Betroffenen sollten dieses Formular ausfüllen. (Warum?)

Adresse:

Bundespolizeidirektion Hannover
Möckernstraße 30
30163 Hannover

Frist:

Vier Wochen nach Versenden.

Legt außerdem eine beidseitige Kopie eures Personalausweises oder Reisepasses bei.

Wichtig:

Wartet mit dem Versenden noch 14 Tage. Es ist unwahrscheinlich, dass die Polizei schon alle Daten abgetippt hat. Würdet ihr jetzt schon das Formular verschicken, käme wahrscheinlich "Es liegen keine Daten vor" zurück. Die Frist muss entsprechend gewählt werden. Bringt ihr das Formular beispielsweise am 18.02. zur Post, tragt den 18.03. als Frist ein

Hier geht es zu Pressemitteilung der Bundespolizei.

Fanfotos Hannover 96



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Kommentare:

FS am 06.02.2013, 10:37 Uhr

meines Erachtens wurde der Punkt "Polizeigewalt" auch zu wenig in der ganzen Sicherheitsdebatte thematisiert. Man hätte vielleicht die Gunst der "Aufmerksamkeitsstunde" nutzen können und zum Bespiel von seiten der "12:12"-Initiatoren oder der Fankurven im Rahmen der Aktionen auf dieses Thema hinweisen können. Klar, ob es was gebracht hätte ist die andere Frage, aber zumindest hätte man die Öffentlichkeit darauf hinweisen und dafür sensibilisieren können.


Hans am 05.02.2013, 19:17 Uhr

Ich bin mir manchmal nicht sicher, ob solche Zwischenfälle nicht provoziert werden. Sicher fängt es schon mit der Polemik des Thorsten an. Die Stimmung durch ein paar dumme Sprüche, die beleidigend und voll mit Vorteilen sind, ist eine alte Praxis.
Hinterher wird dann in den Medien noch schon polemisiert.

Wer sagt denn, dass der oder die, die die Knaller gezündet hat,überhaupt zum Fußballspiel wollte.


Stefan am 05.02.2013, 10:57 Uhr

Warum wird überhaupt noch auf Thorstens dämliche Kommentare eingegangen? Der Mensch hat keine Ahnung was er da eigentlich verzapft. Sämtliche Phrasen die er hier niederlässt sind 1:1 aus diesen Sensationsgeilen Blättern wie Bild und Co übernommen. Bild dir deine Meinung oder wie war das? Weiß man ja was man von seiner Meinung zu halten hat. Selbst noch nie in solch einer Situation gewesen aber über alles Bescheid wissen wollen. Naja wenn es ihm Spaß macht und er in seiner kleinen Welt nichts besseres zu tun hat...
Zum Thema: Sicherlich werden einige einzelne 96er nicht ganz unschuldig/friedlich gewesen sein. Aber wie so oft setzt die Staatsmacht mal wieder auf total überzogene Kollektivstrafen. Wenn selbst lebensnotwendige Dinge wie essen und trinken unterbunden werden...Leider kein Einzelfall. Und sollte es zu rechtlichen Schritten kommen wird sowieso wieder alles fallen gelassen. Hier wird dringend eine neutrale Stelle benötigt die sich diesen Machenschaften annimnmt.


FS am 05.02.2013, 07:59 Uhr

@ Thorsten: richtig, genau so ist es. Oder sagen wir zumindest mal: wegen Lapalien werden Fußballfans (Ultra oder nicht) regelmäßig scheisse behandelt. Oder bist Du wirklich der Meinung, dass auf dem Bahnhof über 400 gewaltbereite 96-Hools und -Ultras unterwegs waren, um den Bahnhof in Schutt und Asche zu legen? Warum wohl fordert Amnesty International, dass es eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten gibt? Damit man weiß bei wem man sich nachher bedanken kann, dass man so freundlich behandelt wurde?


Thorsten am 04.02.2013, 16:29 Uhr

Diese ultraunschuldigen Fans können einem wirklich leid tun, dauernd werden sie von Presse, Polizei und der ganzen Welt verfolgt, gejagt und wegen rein gar nichts gegängelt. :-(


Dynamo-Fan am 04.02.2013, 14:22 Uhr

Ist immer das selbe.Ich kenne das ja auch zur Genüge.